über meine Heimatstadt, das Internet und natürlich über Webdesign.
Feierliches Kabarettistengelöbnis nach der Bundestagswahl.
Dresdens Zentrum wird seit vergangener Woche von einem weiteren Konsumtempel geschmückt und keine drei Wochen nach der Landtagswahl zeigt sich, was von den schwarz-gelben Versprechen im Wahlkampf übrig geblieben ist… Eigentlich Grund genug, schreiend davon zu rennen (oder einfach nur den Kopf zu schütteln) – aber dazu ist das Wetter viel zu schön!
Wir haben die Wahl – wir sollten diese Chance nutzen!
…hat der Bundestag, entschuldigung, haben die Ignoranten der großen Koalition gerade geöffnet, indem sie das Zensursulagesetz durch gewunken haben. Entgegen aller heftiger Kritik aus der Opposition, entgegen der Meinung vieler Sachverständiger, entgegen dem Wunsch von 134.000 deutschen Bundesbürgern, die Frau Noll aber als aus irgendwelchen Online-Communities
abstempelt, ja selbst entgegen der Meinung von direkt Betroffenen. Leider habe ich die Debatte im Phönix-Livestream verfolgt. Denn was dort zur Aussprache kam, gibt zu denken. Entweder sind die Damen und Herren Volksvertreter von CDU/CSU und SPD im höchsten Maß beratungsresistent, oder man muss ihnen unterstellen, genau zu wissen, dass dieses Gesetz nicht einem missbrauchten Kind weiter helfen wird und die Sache mit der Kinderpornografie nur ein Vorwand ist. Diesen Gedanken will ich aber gar nicht weiter verfolgen, sonst dreht sich mir der Magen endgültig rum.
Sehr beeindruckt war ich von Jörg Tauss, der scheinbar als einziger aus der SPD verstanden hat, was dort gerade beschlossen wurde. Nach der namentlichen Abstimmung durfte er seine Stellungname vortragen, in dem er begründete, warum er diesem Gesetz nicht zugestimmt hat.
Streng genommen, kann man den deutschen Staat jetzt auch nicht mehr als Demokratie bezeichnen, denn das Prinzip der Gewaltenteilung, ein grundlegender Bestandteil einer Demokratie ist mit diesem Gesetz missachtet worden.
Da bleibt einem nur noch die Möglichkeit, sich im September an die Schandtaten der großen Koalition zu erinnern, wenn man zur Bundestagswahl geht!
Nachtrag:
Auf abgeortnetenwatch.de kann man das Abstimmungsverhalten für diese Abstimmung begutachten.
Nachtrag vom 19.06.:
Die Rede von Jörg Tauss gibt es jetzt auf Youtube.
Ausnahmsweise kommt mal wieder etwas einigermaßen Vernünftiges im Zusammenhang mit dem Internet aus Berlin. Die Kampagne watch your web
will Kinder und Jugendliche auf die Gefahren im Internet aufmerksam machen und für das Thema Datenschutz sensibilisieren. Auf watchyourweb.de findet man eine schon fast kitschig bunte Website, die ganz im Sinne des Mitmach-Web
daher kommt.
Zu Deutsch: … Yo, wir schaffen das.
Was sich Obamas PR-Leute dabei wohl gedacht haben, als sie den Slogan von Bob the Builder
aka Bob der Baumeister
geliehen haben? Egal, jetzt ist er Präsident und kommt bald wieder nach Deutschland, genauer gesagt nach Dresden. (Ob er weiß, dass man uns den Kulturerbe-Titel aberkennen will?) Das ganze Tamm Tamm
darum ist allerdings ziemlich peinlich.
Spricht man heute über Datenschutz, so stößt man nicht selten auf Desinteresse oder wird scherzhaft gar als paranoid abgestempelt. In Zeiten von kostenlosen Google-Diensten, „Social Networks“ und allen möglichen Web2.0 Angeboten ist es schon fast unmöglich keine persönlichen Datenspuren zu hinterlassen. Auf den ersten Blick ist das ja auch kein Problem, geschweige denn gefährlich. Vor einiger Zeit las oder hörte ich mal einen Spruch eines Datenschützers, der seine Situation sehr trefflich umschrieb. Sinngemäß sagte er, das Problem der Datenschützer sei es, dass die breite Masse erst aufwacht, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. Und es stimmt schon, man denkt sich nichts dabei, wenn man seine Daten anderen überantwortet, wenn man sich dessen überhaupt bewusst ist.
Das Internet ist aber längst nicht der einzige Ort, an dem man eher unbewusst seine Daten verliert
. Wer heute noch denkt, seine persönlichen Daten seien nicht schützenswert, dem empfehle ich, sich folgendes Video anzusehen:
Der Gläserne Deutsche – wie wir Deutsche ausgespäht werden
Nachtrag: die Dokumentation ist bei Youtube zu finden: Der gläserne Deutsche
Dresden wird, wie jedes Jahr zum 13.Februar zum Schauplatz für alle Richtungen des politischen Spektrums. Unschön!