»Geht nicht« ist keine Fehlerbeschreibung

Diese Woche Vor ein paar Wochen bin ich über einen schlechten Rant über Wordpress 3.5 gestolpert, den zu lesen zwar amüsierte, aber Zeit raubte. Dennoch hatte das Lesen etwas gutes, aber dazu später mehr.

Aus dem Artikel sprach viel Frustration die wohl darin begründet ist, dass nach einigen Updates auf 3.5 Fehler auftraten und ein Downgrade folgen musste. Diesen Ärger kann man sich sparen, wenn man zu einem selbst gehosteten Blog parallel ein Testsystem betreibt. Dazu sind mittlerweile selbst viele Shared-Hosting Produkte in der Lage: Sub-Domain mit eigenem FTP-Verzeichnis, eine neue Datenbank (zur Not geht auch eine Datenbank, wenn man unterschiedliche Tabellen-Präfixe verwendet) und man hat eine zweite separate Wordpress-Instanz. Darauf installiert man alle Plugins und das Theme des Live-Blogs. Ein Core-Update kann man nun auf Herz und Nieren testen (idealer Weise schon in der Beta-/RC-Phase, wenn man sich an der Bug-Suche beteiligen will), bevor man damit dem Live-Blog zu Leibe rückt. Eine obligatorische Praxis, wenn es sich um Kundenprojekte handelt und die sich keinesfalls auf Wordpress beschränkt.

Wenn dann auf dem Testsystem Fehler zu Tage treten, dann hat man zwei Möglichkeiten:

  1. Ursache finden und beheben
  2. Hilfe suchen

In beiden Fällen wird man damit anfangen, schrittweise alle Plugins zu deaktivieren. Ist der Fehler dann verschwunden, aktiviert man wieder einzeln und nacheinander jedes verwendete Plugin. Dabei kann es durchaus vorkommen, dass Plugins und auch Themes sich gegenseitig beeinflussen — man also die Plugins/Themes miteinander testen muss. Das eigene Theme ersetzt man beim Testen durch eines der Standard-Themes Twentyten/-eleven/-twelve, oder auch durch ein absolutes Minimal-Theme. Dieses Spiel treibt man so lange, bis man sagen kann »Der Fehler tritt auf, wenn Plugin X (und/oder) Plugin Y aktiviert sind, aber Plugin Z und Theme A haben keinen Einfluss darauf«.

Diese sequenzielle Fehlersuche ist übrigens ein Grund, warum man Plugin und Theme-Funktionalität strikt trennen sollte.

Fehler finden

Ist man schmerzerprobt und versteht sich mit PHP, so kann man sich nun daran machen, den Quellcode des jeweiligen Plugins/Themes unter die Lupe nehmen, denn in den meisten Fällen sind Probleme mit Core-Releases auf schlechte und/oder veraltete Plugins oder Themes zurück zu führen. Hat man die Ursache dann ausgemacht, wendet man sich an den Entwickler. Wird das Projekt noch betreut, so kann man ihm/ihr helfen, in dem man solche Fehler meldet, und die Umstände  nennt, unter denen der Fehler auftritt. Dazu gehören dann auch Attribute die den Server betreffen. (PHP-/MySQL-Version, ggf. auf Rückfragen reagieren).

Sollte es sich tatsächlich um einen Bug im Core handeln, so sollte man diesen an das Entwicklerteam melden. Die Dokumentation erklärt, wie das am produktivsten geht. Die Beta- und RC-Phase, in der kaum noch weiter entwickelt wird und der Fokus auf der Fehlersuche liegt, war für die Version 3.5 sehr lang. Im offiziellen Wordpress-Blog wurde ausdrücklich um Hilfe dafür gebeten und und Plugin-Entwickler aufgefordert, ihre Plugins/Themes auf Kompatibilität zu testen. Auch und gerade deshalb habe ich wenig Verständnis für Blog-Posts die so beginnen:

Die neue Version WordPress 3.5. ist verfügbar. […]

Und sie ist reiner Schrott! Zum Kotzen. Einfach zum Kotzen.

Rat einholen

Ist man jedoch auf Hilfe beim Suchen der Fehler angewiesen, so kann man sich an die Wordpress-Foren wenden. Auch hier ist es für die Helfenden um so einfacher, je mehr Informationen sie bekommen, wen man also den Fehler vorher schon eingrenzen kann. Hingegen ist ein

… Bei WordPress 3.5 lassen sich auch nach mehreren Versuchen keine Bilder mehr hochladen.

nicht hilfreich. Konsequenter Weise müsste die erste Rückfrage eines Hilfeleistenden lauten: »Ist dein Computer eingeschaltet?«

It's not a bug – it's a feature

In einem Punkt stimme ich allerdings mit der Kritik überein, dass die Input-Felder in dem neuen Media-Screen ziemlich zu klein geraten sind. Daraus entstand die Idee für das kleine Plugin mit dem sinvollen Namen »Media Sidebar Expander«.

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