Ubuntu: Die Sache mit den zwei Grafikkarten

Anfang des Jahres stand ein neuer Rechner auf dem Programm. Der bisherige Acer hatte über 5 Jahre lang treu seinen Dienst getan. Bis Dato kam ich auch ganz gut mit Windows XP zurecht. Die Aussicht auf Windows 7 fand ich allerdings wenig erbaulich, also entschloss ich mich, Ubuntu eine Chance zu geben. Bis heute habe ich die Entscheidung keine Sekunde bereut. Im Gegenteil, wenn ich mal wieder Windows nutzen muss, frage ich mich, ob meine Leidensfähigkeit ohne Windows abnehmen wird.

Die Kaufentscheidung hat die Wahl des Betriebssystems nicht wirklich beeinflusst. Wer würde auch ahnen, dass Linux so seine Probleme mit Hybrid-Grafikkarten hat? Nun lief der Rechner die ersten Minuten  unter Ubuntu(11.10) und der Lüfter machte Anstalten, als ob er das Gerät fortbewegen wollte. Offenbar lief die separate Grafikkarte permanent auf Hochtouren, was zu den absurd hohen Temperaturen der Abluft führte.

Nach langem Suchen und zahlreichen Lösungsvorschlägen habe ich dann eine Lösung gefunden, mit der die ATI-Grafikkarte deaktiviert wird. Für den Alltagsgebrauch reicht der interne Intel-Grafikchip allemal aus. Das Zauberwort heißt vgaswitcheroo, ein für mich magisches Ding, welches irgendwie die Grafikkarten bändigt. Dazu muss der Treiber der ATI aber an einem bestimmten Punkt im Boot-Prozess gestartet werden. Das handhabt man wie folgt:

  1. /etc/default/grub lässt man entgegen einiger anderer Lösungen am besten unangetastet.
  2. Jetzt unterbinden wir das Laden des Treibers beim Booten über die Blacklist /etc/modprobe.d/blacklist.conf
    Hier kommt folgende Zeile rein:

    blacklist radeon
  3. Nun noch /etc/rc.local um folgende Zeilen ergänzen:
    modprobe radeon
    echo OFF > /sys/kernel/debug/vgaswitcheroo/switch
    

Als Root (mit sudo klappt das nicht) kann man sich den Status anzeigen lassen.

root@myhost~# cat /sys/kernel/debug/vgaswitcheroo/switch 
0:IGD:+:Pwr:0000:00:02.0
1:DIS: :Off:0000:01:00.0

Man erahnt, dass jetzt nur noch eine Karte läuft.

Nachtrag

Der hier beschriebene Weg klappte für mich mit Ubuntu 11.10 und jetzt mit 12.04 LTS. Neuere Versionen habe ich noch nicht getestet.

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