Und alle so: px oder em – oder rem?

Es vergeht wohl kein Tag, an dem ich nicht einem zerstörten Weblayout begegne oder seufze, weil die Schrift wieder mal viel zu klein ist um sie vernünftig lesen zu können. Eigentlich habe ich mich zu der Problematik schon ausführlich geäußert und in den anderthalb Jahren hat sich die Lage auch nicht groß verändert, wenn, dann eher ins Negative. Da taucht ein Silberstreif am CSS3-Horizont auf, wie ich gerade durch den Artikel „Font sizing with rem erfahre.

Jonathan Snook reduziert das Problem der Einheit px, wie häufig in dieser Diskussion, auf den InternetExplorer. An der Einheit em stört ihn die Ungenauigkeit und die Vererbbarkeit. Ersteres ist leider nich einmal das Hauptproblem und Letztere kann man als Probleme sehen.

Absolut jeder Browser, nicht nur der IE, stellt die Schrift in der Größe dar, in der sie in px bemaßt ist. Ebenfalls in jedem Browser ist die Möglichkeit gegeben, eine Schriftgröße einzustellen, die den persönlichen Gegebenheiten Rechnung trägt – das müssen noch nicht mal körperliche Einschränkungen sein, es reicht z.B. ein 15"-Bildschirm mit einer hohen relativen Auflösung zu nutzen. Zugegeben, diese Möglichkeit wird wahrscheinlich eher selten genutz, aber wer nutzt sie denn? Jemand, der sich nicht jedesmal auf's Neue den Text zurechtzoomen möchte. Muss er aber, wenn die Schriften mal wieder in px bemaßt sind! Einziger Ausweg ist, die Mindestschriftgröße (die in vielen Browsern ab Werk nicht gesetzt – also null – ist) auf einen erträglichen Wert herauf zu setzen. Die (bedauernswert häufige) Folge: zerschossene Layouts oder Text, der im Nirgendwo verschwindet. „Barrierefreies Webdesign? – Noch nie gehört!“

Die bessere Alternative zu px heißt em. Diese bedarf allerdings im Einsatz etwas mehr der Vorüberlegung. Unachtsam auf ein Element wie ul angewendet, führt eine Verschachtelung zu einer Multiplikation der relativen Schriftgrößenwerte. Für eine konsistente Schriftgößengestaltung würde man also darauf verzichten einzelne Textbausteine wie Absätze oder Listen mit Schriftgrößen zu versehen sondern ganze Inhaltsbereiche wie Navi oder die Sidebar. Wem das zu kompliziert ist, der darf auf CSS3 hoffen, dass mit rem eine Einheit einführt, die sich auf das Wurzelelement bezieht und somit das Verschachtelungs-„problem“ umgeht.

Bleibt noch die Ungenauigkeit die em, bzw. auch rem als Nachteil ausgelegt wird. Jonathan fängt an rumzurechnen: auf Basis der Standardschriftgröße (in den meisten Fällen 16) versucht er, das Verhältniss 10:1 für px:em in der Darstellung zu erreichen und kommt auf einen Umrechnungsfaktor von 62,5%. Wem die Zahl bekannt vorkommt: Diese Idee war schon vor über 5 Jahren schlecht und sie ist es noch heute, denn es läuft auf das selbe Problem hinaus: die Ignorierung der Schriftgröße im Browser. Diese um über ein Drittel zu reduzieren nötigt Betroffene einmal mehr zur Mindestschriftgröße zu greifen. Schade eigentlich.

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