Can we fix it? Yes we can!

Zu Deutsch: … Yo, wir schaffen das. Was sich Obamas PR-Leute dabei wohl gedacht haben, als sie den Slogan von Bob the Builder aka Bob der Baumeister geliehen haben? Egal, jetzt ist er Präsident und kommt bald wieder nach Deutschland, genauer gesagt nach Dresden. (Ob er weiß, dass man uns den Kulturerbe-Titel aberkennen will?) Das ganze Tamm Tamm darum ist allerdings ziemlich peinlich.

So ein Ereignis geht natürlich schon lange vorher durch die hiesigen Medien(SZ, MDR). Sogar die BLÖD schreibt drüber. Warum er kommt, danach sucht man allerdings vergebens, war das doch meine erste Frage, nachdem ich davon gehört habe.

Den Vogel schießt unsere liebe Stadt mit der eigens für den Besuch eingerichteten Website ab. Dort unterstellt Frau Orosz erstmal allen Dresdnern:

Es ist eine Ehre für uns alle, den amerikanischen Präsidenten in der sächsischen Landeshauptstadt begrüßen zu dürfen.

und

Seit fest steht, dass der US-Präsident Elbflorenz besucht, ist die Stadt in heller Aufruhr und voller Vorfreude.

Es mag ja nachvollziehbar sein, dass unsere Frau Oberbürgermeisterin ganz hibbelig ist. Regionalpolitiker haben schließlich nicht oft hohen Staatsbesuch. Aber dass sich ganz Dresden vor Freude nass macht, kann ich mir nicht vorstellen. Andererseits war auch halb Berlin aus dem Häuschen als noch nicht mal klar war, ob er denn gewählt werden würde. Also kann man jetzt ganz Web zwo-nullig interaktiv werden und Fotos von sich einschicken, wie man sich auf den Besuch freut, und Wimpel ausdrucken zum winken.

In helle Vorfreude versetzt mich hingegen eher das hier:

Der (Polizei- Anm. d. B.) Einsatz wird alle in Dresden bekannten Dimensionen übersteigen.

Großartig! Mehr als 4000 Beamte sollen das Spektakel überwachen. Da fühlt man sich doch gleich viel sicherer. (Warum auch nicht, man hat ja nix zu verbergen und so.)

Man stelle sich vor, in den USA druckt man sich Wimpel und Bilder von Frau Merkel aus, wenn die mal eines der vielen Springfields besucht. Es ist schon beeindruckend, wie es Obama auch über die Grenzen der USA hinaus geschafft hat, zum Popstar der Politik zu werden. Dabei zählt weniger, ob er langfristig Erfolg haben wird, sondern, dass er den Menschen Mut macht und die Politikverdrossenheit überwindet. Sowas will ich in Deutschland auch mal erleben, dass die Angestaubten Denkweisen abgelegt werden und mal frischer Wind ins Parlament kommt.

Können wir das schaffen?

In dem Sinne: Welcome Mr. President. Aber nehmen Sie es mir nicht übel, wenn ich nicht da stehe und mit dem Fähnchen winke.

Nachtrag 02.06.
Gestern kam vermutlich schon die Vorhut in sechs Blackhawks in Dresden an. Zumindest schwirrten die am frühen Nachmittag in Formation über Gauernitz bei Meißen. Derweil stehen die Sicherheitsvorkerungen fest:

Innerhalb der Sicherheitszone 2 dürfen sich Anwohner und sonstige Berechtigte in der Zeit vom 4.06.2009, 3 Uhr, bis zum 5.06.2009, 24 Uhr, außerhalb von befriedeten Besitztümern und Gebäuden nur in Begleitung von Polizeibeamten zum Betreten oder Verlassen dieser Sicherheitszone bewegen.

Bei aller Liebe zum Detail, aber das ist nun wirklich übertrieben.
Als Vladimir Putin noch Präsident Russlands war, spazierte er mit vier Leibwächtern an einem Wochentag ganz gemütlich durch Dresdens Altstatt – ohne Polizeieskore, ohne Sicherheitszonen. Ich glaube nicht, dass er weniger zu befürchten hätte als ein Barack Obama.

Frau Orosz derweil in der SZ:

Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) hofft, Obama selbst die Hand schütteln zu dürfen: Zu 80 Prozent gehe ich davon aus, dass es einen Eintrag ins Goldene Buch der Stadt geben wird und ich ihn dabei offiziell für alle Dresdner begrüßen darf. Das will sie übrigens auf Englisch tun: Ich nehme zurzeit extra einen Auffrischungskurs, damit mein Schulenglisch besser wird.

Oh, oh!

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