Watch your web

Ausnahmsweise kommt mal wieder etwas einigermaßen Vernünftiges im Zusammenhang mit dem Internet aus Berlin. Die Kampagne watch your web will Kinder und Jugendliche auf die Gefahren im Internet aufmerksam machen und für das Thema Datenschutz sensibilisieren. Auf watchyourweb.de findet man eine schon fast kitschig bunte Website, die ganz im Sinne des Mitmach-Web daher kommt.

Die Liste der Risiken, die ein zu unbedarfter Umgang mit den eigenen Daten und Bildern im Netz birgt, ist lang. Sowas ist noch lustig, wenn die eigene Mutter die Partybilder ihrer Tochter findet, obwohl die Tochter doch eigentlich beim Videoabend war. Spätestens beim Cybermobbing hört der Spaß dann auf. Das Problem ist, den meisten Opfern wird erst bewusst, dass mit den eigenen Daten auch Missbrauch betrieben werden kann, wenn es zu spät ist. Daher ist eine solche Aktion längst überfällig, denn auch vielen Eltern dürfte es zunehmend schwer fallen, ihren Kindern einen umsichtigen Gebrauch mit dem Internet beizubringen.

Die imaginären Protagonisten in watch your web sind Webman und der Data Devil. Webman kennt sich im Internet voll gut aus und soll uns vor den Gefahren des Webs schützen. Data Devil hingegen ist der böse Datensammelkrake mit Spitzengedächtnis, der deine Videos überall verlinkt. Aber Data Devil lässt sich offenbar ganz einfach austricksen, indem man sein Profil auf privat stellt. Spätestens hier bekommt die Sache einen faden Beigeschmack.

Um auf das Projekt aufmerksam zu machen, hat man einige der bekannten Social Networks mit ins Boot geholt. Das erklärt vieleicht auch, warum auf der gesamten Seite das Grundproblem des Social Networkings nicht kritisch betrachtet wird. Es ist noch lange nicht garantiert, dass Daten in falsche Hände geraten, nur weil die Profile auf privat gesetzt sind.
Was die privaten Firmen, die hinter den Netzwerken stehen, mit den Daten anstellen, sollte man selbst auch hinterfragen.
Aber wahrscheinlich muss man Kinder langsam an das Thema heranführen.

Das Projekt ist ein guter und Anfang, aber auch nicht mehr. Will man die Jugend in Medienkompetenz schulen, gehört das Thema Internet in die Schulen auf den Lehrplan.

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