New wave

Hi, I'm Stef.
And I'm Greg.
We're cool.
We're from google.
*winkt in die Kammera*
We use wave.
Oh yes, wave ist cool.
E-mail is uncool.
It's so old
My granny uses e-mail.
Bah, we need some new stuff.
Why?, you ask?
I don't understand the question, you Greg?
No, but… erm, here ist wave!
It's totaly new and great.
And new …

Von allem ein Wenig

Nach dem sich die Beiden aus dem Video so große Mühe gegeben haben, die unzähligen Vorteile von Googles neuestem Streich „Google Wave“ anzupreisen, musste ich das auch mal ausprobieren. Also hab ich nach einer Einladung Ausschau gehalten um zum erlesenen Kreis der Tester zu gehören, denn der Dienst befindet sich noch im Teststadium.

Mein erster Eindruck: Google versucht mit Wave die eierlegende Wollmilchsau 2.0 auf die Beine zu stellen. In Wave vereinen sich zentrale Kommunikationsmechanismen, die das Internet (z.T. schon sehr lange) zu bieten hat. Das „Neue“  ist also eher eine Mischung aus Internetforum, Chat  und etwas E-Mail ohne die spezifischen Nachteile der einzelnen Methoden zu verbessern. Im Gegenteil. In einem Forum und bei E-Mail kann ich jeder Nachricht einen Titel bzw. einen Betreff geben. Waves haben keinen Titel. Dafür kann man an einer (oder einem?) Wave mehrere Kontakte teilhaben lassen und sie sogar öffentlich zugänglich machen. Was im ersten Moment sehr praktisch klingt, wird schon bei nur zwei Teilnehmern schnell unübersichtlich, denn jeder kann in Echtzeit in den Nachrichtenverlauf an beliebiger Stelle herein schreiben, sogar die Beiträgen der anderen Adressaten verändern. Eine durchdachte Struktur (optisch wie semantisch) vermisse ich hier sehr. Unter der Haube handelt es sich bei dem Wave Benutzeroberfläche um eine fettige Div-Suppe mit Tabellenwürzung.  Dabei wird beim Einloggen dringend empfohlen, entweder Firefox 3.5, Safari 4 oder den neuesten Google Chrome zu verwenden. Warum also nicht auf HTML 5 setzen, dass eine Vielzahl an Struktur-Elementen bietet, also wie geschaffen wäre für komplexe Dokumentenstrukturen wie Wave?

Überhaupt, Tippen mit Echtzeitübertragung… Jeder der Online ist, sieht die Cursorposition des Teilnehmers, der gerade in der Wave schreibt, jeden Tippfehler, jede falsche oder undurchdachte Formulierung, alles. Sieht mit unter lustig aus, nervt aber wenn man, wie ich, ein bis zwei Anläufe braucht, bis man die richtige Formulierung hat.

Für Windowsnutzer ist Google Wave (zur Zeit) eine reine Webanwendung, d.h. ich kann nur mit dem Browser „waven“, was noch sehr langsam und stockend vor sich geht, selbst mit Firefox 3.5 oder Opera 10 (Googles Hausbrowser Chrome habe ich nicht). Eine Desktopanwendung gibt es wohl nur für Mac-User. Die können dann auch gleich aus iPhoto Bilder per Drag&Drop in ein Wave einfügen. Das kann man mit jedem vernünftigen E-Mailprogramm auch unter Windows.

Natürlich gibt es auch Schnittstellen für Twitter und Blogs. So kann man Waves mit einem Blog „verknüpfen“ um dann von der Wave in das Blog zu schreiben und anders herum.

Schaut man sich das ganze an, wird einem schnell klar, dass wenn sich der Dienst durchsetzt, er sehr ressourcenintensiv werden dürfte. Globale Echtzeitkommunikation mit Konferenzschaltungs-Charme, das braucht Rechenpower. Rechenpower, wie nur Google sie „kostenfrei“ bereit stellen kann.

Kosten und Nutzen

Die Frage nach dem Sinn und Zweck von Google Wave hat sich mir eigentlich gleich zu Anfang gestellt. Ich komme wunderbar mit E-Mail, ICQ und ein paar Internetforen zurecht. Allerdings ist die Frage nach dem „Warum“ im Web 2.0 aussichtslos. Irgendwo werden sich immer neue Bedarfsnischen auftun, die gefüllt werden wollen.  Am Ende muss die Frage nur jeder für sich beantworten können. Für mich bleibt der fade Beigeschmack, dass mit Wave ein riesiger Konzern wie Google noch genauere Profile von seinen Kunden bekommt.

Fazit: Google Wave ist im jetzigen Stadium ein unübersichtliches, zäh zu bedienendes Medium, dessen Mehrwert gegenüber bisher Vorhandenem sich mir nicht erschließt. Wer es selbst einmal probieren möchte,  ich habe noch „Einladungen“ zu vergeben.

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