Aus gegebenem Anlass

Ich will shoppen, und zwar jetzt!

Was fällt der Stadtobrigkeit eigentlich ein? Nächstes Jahr darf ich an den Adventssonntagen nicht mehr shoppen? Es gibt für mich einfach nichts Schöneres als an einem Sonntag sich durch ein Kaufhaus zu drängen, in den Wühltischen zu kramen und sich mit Fastfood zu stopfen um anschließend das nächste Kaufparadies zu entern. Und nun wird es mir mit fadenscheinigen Argumenten verboten.

Ich bin doch ein mündiger Bürger, der selbst entscheiden kann wann er wo sein Geld ausgeben will. Warum soll diese Entscheidung also von Anderen getroffen werden als mir? Es ist ja auch nicht so, dass sonntags niemand arbeiten müsste. Ärzte und Polizisten müssen doch auch ran und ich selbst hab schon Wochenendschichten geschoben, warum sollte es den Verkäufern besser gehen als mir, dem König Kunde? Deren Familien können doch auch schoppen gehen, dann tun sie wenigstens was für die Wirtschaft.

Wo wir gerade dabei sind, die Rechnung ist doch ganz simpel: Max Mustermann gibt jeden Tag 100€ beim shoppen aus. Ergo sind das 100€ mehr Umsatz für den Einzelhandel, wenn Max auch sonntags einkaufen geht. Pro Woche also 16,7% Umsatzsteigerung. Das können wir uns nicht leisten, darauf zu verzichten – gibt es einen besseren Weg aus der Kriese? Auf die Touristenscharen, die Dresden dann davonrennen, kann auch keiner verzichten. Die fahren dann lieber nach Riesa oder Meißen und kaufen Ihre Fernsehgeräte dort. Die obligatorischen Frauenkirchensouvenirs kann man auch im Internet bestellen, da muss man nicht extra herkommen.

Dabei könnte es so entspannt zugehen, wie heute schon auf dem Neustädter Bahnhof. Dort kann ich an allen Feiertagen noch gemütlich und entspannt shoppen gehen. Es ist schon zu oft vorgekommen, dass man den Braten am 25. verrissen hat und die Ersatzgans noch tiefgefroren im Froster lag. Wohl dem, der da zu Weihnachten noch schnell zum Fleischer spurten kann . In dem Sinne,

frohes shoppen!

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