Alle Jahre wieder…

Eigentlich ist es ja schon wieder kalter Kaffee: Dresden und der 13. Februar 2009.
Gerade las ich aber im Dresdner Wochenkurier (eine kostenfreie Wochenzeitung) ein kurzen Beitrag der mich grübeln ließ.

Prinzipiell ist es gut und auch wichtig, der Zerstörung der Stadt gegen Ende des zweiten Weltkrieges zu gedenken und sich in Erinnerung zu rufen, wie es denn soweit kommen konnte. Leider wird dieses Ereignis seit Jahren schon von den Rechten für ihre Zwecke instrumentalisiert und jährlich werden es mehr bei deren Aufmärschen. Das wirft natürlich die Frage auf: Wie soll man damit umgehen?

Einerseits ist es auf gewisse Weise beruhigend, dass das Bündnis »Geh Denken« über 6000 Gegendemonstranten auf die Straße rief und hier ein klares Zeichen gegen Rechts gesetzt wurde. Andererseits bringt das gleichzeitig nur noch mehr Öffentlichkeit für die Rechten, da es das ganze noch mehr aufwirbelt, vor allem wenn man dann einen solchen Artikel ließt, in dem Dresden zur »Pilgerstätte« für Neonazis degradiert wird.

Und jetzt? Wir haben also tausende Neonazis, noch mehr Gegendemonstranten und 4000 Polizisten aus dem halben Bundesgebiet auf der Straße, kurz gesagt ein riesen Politikum. So richtig als würdevoll, im Sinne eines Gedenkens an die vielen Opfer dieses Tages, kann ich das nicht bezeichnen. So nämlich überschreibt der Wochenkurier die Danksagung der Dresdner Oberbürgermeisterin Helma Orosz in seiner heutigen Ausgabe: »Würdiges Gedenken«. Sie bedankt sich dort bei allen Dresdnern, die »[…] am Wochenende in Würde der Toten[…] gedacht haben«.

Ich selbst stand am 13.02.09 gegen 19.30 Uhr auf dem Neumarkt vor der Frauenkirche und hörte mir die Gedenkfeier an, die dort lief. Hier sprach man von Versöhnung und Brüderlichkeit, von Freundschaft untereinander und den Aufgaben die uns noch bevorstehen, angesichts vieler weiterer Kriege die auf unsrer Welt noch toben. Ein fader Beigeschmack blieb trotzdem angesichts des Polizeihubschraubers der schon seit Stunden über der Stadt kreiste und den unzähligen Polizeikonvois, die die Stadt füllten.
Denn offenbar haben einige immer noch nichts begriffen.

Ein freudiges Ereignis schloss sich der Gedenkfeier vor der Frauenkirche an. Ronny Matthes präsentierte ab 20 Uhr im Quartier an der Frauenkirche in seinem ersten Konzert seine CD »Dresden – 13. Februar 1945«. Begleitet von einem Film der Aufnahmen von Dresden vor, während und nach der Zerstörung zeigte, hörte man Klaviermusik, teils begleitet von Chor- und Sologesang sowie einige CD-Einspielungen. Es war ein beeindruckendes Konzert, das diesem tragischen Ereignis würdig gedachte.

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